Max Weber zum 100. Todestag

Artikel veröffentlicht: 14.06.2020

"Die Wissenschaft kann uns sagen, was bei der Verbindung verschiedener Elemente oder der komparativen Analyse diverser Texte herauskommt. Aber sie kann uns nicht sagen, warum diese Dinge es wert sind, sie zu wissen. Als Soziologe ging Weber den Ursprüngen und Merkmalen sozialer Phänomene auf den Grund. Darüber hinaus trieb er sein berufliches Schaffen aber nicht weiter. (...) Vollzeitakademiker seien überhaupt schlechte Anführer. Sie könnten allenfalls die Werkzeuge für eine Analyse bereitstellen und ihren Studenten helfen, ihre Pflichten und Aufgaben besser zu erfassen. Aber »der Prophet«, so Weber, »nach dem sich so viele in unserer jüngsten Generation sehnen, ist eben nicht da«. Denn kein Wissenschaftler könne den Menschen erklären, wie sie zu leben hätten, ihnen den Sinn ihres Daseins begründen oder das Land anführen."

Der franz. Historiker Robert Zaretzky über Webers Haltung zur Politik auf spektrum.de, hier zu lesen.
(Bild: Wikipedia).